Elektrophysikalische Mauerentfeuchtung - gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit

Was ist kapillar aufsteigende Feuchtigkeit?

Die Sockelverkleidung mit Fliesen ist nicht die richtige Lösung

Das Mauerwerk älterer Häuser wurde nicht oder nur teilweise gegen die Erdfeuchtigkeit abgedichtet. Aber auch ältere Abdichtungen werden brüchig oder von den Bodenmikroben aufgefressen, also marode. Dadurch berührt das feuchte Erdreich wieder das nur noch teilweise geschützte Mauerwerk.

Gegen Erdfeuchtigkeit ungeschützte, poröse Baustoffe nehmen die Erdfeuchtigkeit zunächst ähnlich wie ein Schwamm auf. Nach einer Weile beginnt die eingewanderte Feuchtigkeit dann zu klettern. Weil damit Salze aus dem Erdreich, auch Salpeter genannt, ins Mauerwerk eingetragen werden, entsteht dort über viele Jahre ein kleines elektromagnetisches Feld, denn Salzwasser leitet den elektrischen Strom sehr gut. Das ist möglich, weil das Wassermolekül mit kleinen elektromagnetischen Feldern bewegbar ist. Wir zeigen Ihnen dies gerne in einem einfachen Versuch. Oder stellen Sie sich einen Kompass vor. So wie sich die Kompassnadel im magnetischen Feld der Erde stets nach Norden ausrichtet, beinflussen winzige elektromagnetische Felder die Ausrichtung und damit die Wanderrichtung von Wassermolekülen und im Kapillarwasser gelösten Salzionen.

Die natürliche Ausrichtung dieses winzigen Feldes bewirkt, dass die vom Mauerwerk aufgenommene Erdfeuchtigkeit nach einer Weile das Aufsteigen beginnt. Verstärkt durch die in der Bodenfeuchtigkeit gelösten Salze, auch als Salpeter bekannt, kann dieses Feld bis nahezu 1 Volt Spannungsunterschied zwischen Erdreich und oberster Durchfeuchtungsebene im Mauerwerk erzeugen. Dabei wird der negative Pol des winzigen elektromagnetischen Feldes oben und der positve Pol unten gemessen. Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit ist also winzigen elektromagnetischen Feldern zu verdanken, den Kapillaranhangkräften und der Oberflächenspannung des Wassers. Diese lassen die Erdfeuchtigkeit bis nahezu zehn Meter über Erdniveau hochwandern. Dann sind Kapillaranhangkräfte und Erdanziehungskraft gleich stark, so dass die Feuchtigkeit im Mauerwerk nicht weiter klettern kann.

Wie funktioniert elektrophysikalische Mauerentfeuchtung?

Bekannt ist die konventionelle Mauertrockenlegung, die eingesetzt wird , ein Gebäude oder Gebäudeteile abzudichten gegen weiteren Feuchtigkeitseintritt. So wird also trockengelegt. Das Mauerwerk wird dann auf der Raumseite mit Sanierputzen versehen, so dass im Mauerwerk verbliebene Feuchtigkeit das Wohnbehagen nicht mehr beeinträchtigen können soll. Die konventionelle Mauertrockenlegung beeinflusst das sehr kleine, natürliche elektromagnische Feld nicht, welches das Aufsteigen der Erdfeuchtigkeit im Mauerwerk bewirkt. Unterhalb von funktionsfähigen, also dichten Horizontalsperren ensteht auf diese Weise ein osmotischer Staudruck. Sind die Poren nicht absolut dicht verschlossen, besteht die akute Gefahr, dass sich dieser Staudruck durch offene Teilbereiche nach oben entlädt. So ist es erforderlich, die Mauern in ihrer Breite und ihrer Länge zuverlässig abzudichten.

Elektrophyskalische Mauerentfeuchtung folgt einem gänzlich anderen Ansatz. Sie legt nicht trocken, sondern entfeuchtet Mauerwerk und hält es im natürlichen Trockenzustand.  Das kann man sich wie eine Heilung der Füsse eines Hauses vorstellen. Das Mauerwerk wird in den natürlich trockenen Zustand gebracht. Dafür ist der Nachweis weltweit an vielen denkmalgeschützten Schlössern und Gebäuden erbracht. Ein Haus auf gesunden Füssen wirkt sich auch positiv auf Ihre Gesundheit aus.

Mit der Entfeuchtung geht meist auch eine Entsalzung einher. Dies bedeutet für die Eigentümer bzw. Nutzer der Gebäude, dass die Salzaublühungen abgekehrt, aufgenommen und entsorgt werden müssen. Wenn der Entsalzungsprozess auf ein nichtmehr sichtbares Minimum zurückgegangen ist, kann das Mauerwerk neu verputzt oder gestrichen werden. Neue Putzträgersysteme machen es heute sogar möglich, die Oberflächen schon viel früher neu herstellen zu lassen. Dazu beraten wir Sie gerne.

Sie können natürlich auch ein Sichtmauerwerk herstellen.

Professor Reuss hat bereits 1803 nachgewiesen, dass Wasser im Gleichstromfeld in porösen Körpern vom Pluspol zum Minuspol fließt. Das ist die Grundlage der Kapillarität. Ab 1806 wurden bereits technische Verfahren aus dieser Erkenntnis entwickelt.

Elektrophysikalische Mauerentfeuchtung oder elektrophysikalische Mauerwerksentfeuchtung ist eine Technik, welche in ihren unterschiedlichen Formen die Kapillaranhangkräfte im Mauerwerk mit sehr kleinen elektromagnetischen Feldern stört. Beim Betrieb solcher Systeme lässt sich eine Umkehr der winzigen elektromagnetischen Felder, des Potentials im Mauerwerk messen. Wenn also die Kapillaranhangkräfte gestört werden und die Schwerkraft zusätzlich die Wanderung der Feuchtigkeit nach unten bewirkt, schreitet die Entfeuchtung viel schneller voran als die Durchfeuchtung.

In der Patentschrift der DDR 109049 vom 12.10.1974 hat Prof. Dr. Gerhard Poppei bereits das erste "kontaktlose" Verfahren zur elektrophysikalischen Mauerwerksentfeuchtung beschrieben, dem schon bald erste Funksysteme folgten, wie wir sie unter anderem auch heute in den neuesten Entwicklungsformen verwenden.

Zudem hat Prof. Dr. Gerhard Poppei,  unter anderen, Erkenntnisse darüber gewonnen, dass das sehr kleine natürliche elektromagnetische Feld, welches die Feuchtigkeit im Mauerwerk noch oben fördert, für den Menschen ungesund ist. Dieses sehr kleine natürliche elektromagnetische Feld wird von der elektrophysikalischen Mauerentfeuchtung so gestört, dass die Feuchtigkeit absinkt, bzw. in Richtung Erdpotial wandert und über die freien Wandflächen verdunstet mit der Folge, dass überschüssige Salze sichtbar ausblühen.

wieder trockenes Sichtmauerwerk, unverputzt

Wie wird Mauerfeuchte richtig gemessen?

Elektrische Widerstandsmessungen mit Handgeräten, die an die Wand gehalten werden, können bedingt relevant für die Messung von Feuchtigkeit in Oberflächen herangezogen werden, wenn der Salzgehalt dieser Flächen zusätzlich analysiert und der dadurch auftretende hygroskopische Messfehler interpretierbar wird.

Die Feuchtigkeit und deren Reduktion in den Mauern kann und muss aber mit Absolutfeuchtigkeitsmessungen, also durch Probeentnahme im Inneren des Mauerwerks nachgewiesen werden, weil elektrische Widerstandsmessungen, gerne von Sachverständigen falscherweise alleinstehend verwendet, nur in sehr geringe Tiefe der Maueroberfläche messen können und die Messfehler sogar durch Salze, die in und auf den Oberflächen kristallisieren, noch beaufschlagt werden.

Wir lehnen deshalb elektrische Widerstandsmessungen ab, wenn sie alleine stehend für Messungen von Mauerfeuchte herangezogen werden.

Lassen Sie sich hier nicht in die Irre führen. Ein seriöser Bausachverständiger erstellt Gutachten bei älteren Häusern  nicht aufgrund von Messwerten, die allein durch ein elektrisches Widerstandsmesssystem zustande gekommen sind. Gutachter sind verpflichtet, sich an international gültige Regeln zu halten. Fragen Sie den Sachverständigen also, mit welchen Messtechniken er arbeitet, bevor Sie Ihn beauftragen. Sie sparen viel Geld.

Wussten Sie schon?

  • Wichtig- trocken heißt natürlich trocken

    Das Problem der Mauertrocknung ist leider und im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr vielschichtiges. Deshalb soll hier vor Allem der Begriff trocken einmal geklärt werden.

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