25.11.2015
Am Fuße eines Hügels in einem Ortsteil von Mörlenbach im Odenwald steht dieses Zweifamilienhaus auf dem inzwischen wieder trockenen Keller mit Außenmauerwerk aus Granit. Dieses ist bei der Entfeuchtung eines Kellermauerwerks auch immer die Herausforderung. Während poröse Baustoffe wie Sandstein-, Ziegel-, einschaliger Beton- oder Betonsteinmauerwerk Feuchtigkeitstransport aus dem Mauerwerk begünstigen, also zügig entfeuchten, schottet Granitstein nahezu dicht ab. Allein die meist aus Kalkmörtel hergestellten Fugen zwischen den Steinen können die vorhandene Feuchtigkeit ins und aus dem Mauerwerk transportieren. Auf diese Weise wird nicht nur das Außenmauerwerk, sondern auch das Zwischenmauerwerk von unten nach oben feucht oder gar nass.
Das hatte der Unternehmer, welcher das Kelleraußenmauerwerk zur
Straße 2010 freigelegt, konventionell abgedichtet und wieder beigefüllt
hat, den Eigentümern aber nicht gesagt. Vielmehr hat er nach
fertiggestellter Arbeit darauf hingewiesen, dass er nicht für trockene
Wände garantieren könnte und dass die Feuchtigkeit auch weiter
hochklettern könnte und so kam es dann auch.
Die Feuchtigkeit war weiter hochgeklettert, denn das Gebäude wurde nicht gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit
abgedichtet. So wanderte also weiterhin Erdfeuchte zusammen mit
darin gelösten Salzen aus dem Erdreich von unten durch die Fundamente im Mauerwerk nach
oben- und zwar im gesamten Gebäude und so hatte es einen nassen Keller und feuchte Wände im Erdgeschoß.
Wie auch im Bild rechts, erfahren wir also wieder einmal, dass
konventionelle senkrechte Außenabdichtungen von feuchtem Mauerwerk nur
funktionieren können, wenn die waagrechten Abdichtungen der
Mauern unten bereits vorhanden und funktionstüchtig
sind. Ist das Gebäude unten waagrecht nicht dicht, ist eine senkrechte
Außenabdichtung alleine also keine dichte Lösung. Ein Haus steht in der Erde, wie ein Schiff im Wasser liegt. Das Schiff benötigt einen dichten Boden, sonst sinkt es. Will man ein Gebäude konventionell trockenlegen, muss auch unten dicht gegen die Erdfeuchte sein, sonst nehmen die erdberührten Baustoffe der Fundamente die salzige Feuchtigkeit aus dem Erdreich auf und diese beginnt nach einer Weile im Mauerwerk zu klettern.
Wir erhielten den Auftrag zur elektrophysikalischen Mauerwerksentfeuchtung des gesamten Gebäudes im Herbst 2014, denn die Außenwände des Schlafzimmers waren unten bis ca. 60 cm über Kellerdecke/ Schlafzimmerboden bereits feucht und Schwarzschimmelpilzsporen waren auf Tapete, Sockelleiste und PVC-Bodenbelag in der Nähe der Wand sichtbar. Dieser Zustand war sehr ungesund. Die Kelleraußenwände und auch die Kellerinnenwände waren sehr feucht bis nass.
Um die Füße dieses Gebäudes wieder gesund zu machen, waren also mehrere Maßnahmen richtig koordiniert durchzuführen. Nach nur 103 Tagen Betrieb elektrophysikalischer Mauerentfeuchtung war das Schlafzimmer bereits trocken, für den Granitkeller hat unser System ca. zwei Monate mehr als ein Jahr, genauer 411 Tage benötigt. Heute ist das Gebäude trocken und ein Holzdielenboden ziert das vormals klamme Schlafzimmer, dessen Außenwände heute raumseits mit natürlichem Kalkputz versehen sind. Was für ein Klima! Hier kann man wirklich gut schlafen.
Ab jetzt hält unser System das Gebäude trocken von kapillar aufsteigender Feuchtigkeit.
| Material | Granit- Außenmauern, Ziegel- Zwischenmauern |
| Baujahr | 1936 |
| Durchfeuchtung | Stufe 4, in den Wänden unten Stufe 5 |
| Trocken nach | 411 Tagen |
Allein durch richtiges Lüften kann man viel gegen die Bildung von Kondensfeuchte und Staunässe tun und zudem Heizkosten sparen!